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Lokale Medien in der Corona-Krise

Sächsischer Leistungspreis Extra – Sonderpreis „Corona-Krise”

Die Corona-Pandemie erzeugte ein außergewöhnlich hohes Informationsbedürfnis. In dieser Phase informierten sich die meisten Menschen über die etablierten Medien, insbesondere über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder über die privaten lokalen und regionalen Fernseh- und Hörfunkanbieter, aber auch über Print- und Onlinemedien. Die Medien leisteten in dieser Ausnahmesituation sehr viel dafür, über die Pandemie, die sich häufig ändernden Regeln und Hintergründe zu informieren.

Die kommerziellen lokalen und regionalen Rundfunkveranstalter standen dabei – im Gegensatz zu den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sendern – vor der schwierigen Herausforderung, einem besonders großen Informationsbedürfnis Rechnung tragen zu müssen, während gleichzeitig die Werbeeinnahmen dramatisch einbrachen.

Das Engagement, der Einfallsreichtum und die Professionalität, mit der die Veranstalter in Sachsen diese Herausforderung angenommen haben, möchte die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) im Rahmen eines Sonderpreises würdigen und dokumentieren.

  • Lokale und regionale Rundfunkanbieter in Sachsen: tiefe regionale Verwurzelung und Authentizität

Der Sächsischer Leistungspreis Extra ist an die sächsischen kommerziellen lokalen Hörfunk- und Fernsehveranstalter adressiert. Der Preis honoriert außergewöhnliche und herausragende Informationssendungen, welche sich mit ihrem Inhalt auf die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Regionen in Sachsen beziehen und damit dem erhöhten Informationsbedürfnis der Bevölkerung nachkommen. Innovationen hinsichtlich der Programmgestaltung und Aufwand der Informationszusammenstellung sollen ebenso gewürdigt werden wie der Mut und die Risikobereitschaft der Hörfunk- und Fernsehproduzenten, in dieser Krisenzeit neue Wege in der Programmgestaltung zu beschreiten und angemessene Formate zu finden.

Der Preis ist Bestandteil eines umfangreichen Maßnahmenpaketes, dass die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) Anfang April 2020 zur Würdigung des publizistischen Wirkens privater Rundfunkveranstalter in der Corona-Krise auf den Weg gebracht hat. Mit dem Preis soll die Arbeit der sächsischen privaten Rundfunkveranstalter in der schwierigen Zeit, die die Corona-Pandemie mit sich brachte, in besonderer Weise anerkannt und wertgeschätzt werden. Gleichzeitig möchte die SLM ein deutliches Zeichen setzten, dass Lokalrundfunk eine wichtige Stellung in der lokalen Informationsvermittlung einnimmt. 

 

„Die Anzahl der Einreichungen hat die Erwartungen bei weitem übertroffen. Dabei war der Medienrat vor allem beeindruckt, wie flexibel, wie schnell und mit welcher hohen Professionalität und Kreativität mit angemessenen bis originellen Programmangeboten die privaten Radio und TV-Sender in Sachsen auf die Krise reagiert haben. Mit ihrer tiefen regionalen Verwurzelung und ihrer Authentizität leisten die privaten Hörfunk- und Fernsehveranstalter mit ihrer Berichterstattung einen wichtigen und relevanten Teil der lokalen Grundversorgung für die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen”

 Dr. Fabian Magerl, Sachverständiger des Medienrates der SLM und Jurymitglied

 

  • Die erste Staffel – dotiert mit 50.000 Euro – wurde 2020 ausgelobt. 58 Beiträge gingen in der SLM ein - 20 davon waren Radiosendungen.

  • Die Auslobung der zweiten Staffel – ebenfalls dotiert mit 50.000 Euro – startete um Juni 2021:

    Ausschreibung 2021 - Sächsischer Leistungspreis EXTRA

Ein Preisgeld von 7.500 Euro geht an:

  • KabelJournal Erzgebirge / KabelJournal GmbH, Beierfeld für den Beitrag „HOGA-Mittelstand fordert Rettung” produziert von Mario Totzauer und Sven Schimmel

Jury: „Aufwändig produziert, mit hohem Informationswert, guten Bildern und sehr viel Nachdruck wird mit diesem Bericht klar, was es für einen Gasthof in der Region heißt, diese Situation meistern zu müssen. Ein sehr guter, emotional berührender Beitrag!“


Die Gewinner mit einem Preisgeld von jeweils 5.000 Euro sind:

  • Mittel Erzgebirgs Fernsehen / Regional Fernsehen Mittelerzgebirge MEF GmbH, Marienberg für den Beitrag „TV-Gottesdienst am 22.03.2020 aus Großrückerswalde” produziert von Nicole Fugmann-Müller und Sebastian Eberlein

Jury: „Eine der vielen neuen Ideen, die in Zeiten der Corona-Pandemie aufgekommen sind, ist die Übertragung von Gottesdiensten in die heimischen vier Wände. Diese Sendung hat besonders durch ihre originellen Bilder, die authentische Ausstrahlung des Pfarrers und den sehr professionellen Gesamteindruck überzeugen können.“

  • Punkt eins Oberlausitz TV / OL Regionalfernsehen GmbH, Zittau für den Beitrag „Der Blick zur Nachbarin / Der Blick zum Nachbarn”
    produziert von Uwe Tschirner

Jury. „In der Lausitz rund um Zittau und Görlitz – ausgewiesene Euroregion – wird der europäische Gedanke gelebt, indem Polen, Tschechien und Deutschland sehr eng zusammengerückt sind – normalerweise. Auch das ist in der aktuellen Zeit der Corona-Pandemie anders. Neben den Schwierigkeiten für Berufspendler, ihrem gewohnten Arbeitsalltag nachzugehen, gibt es noch jede Menge weiterer Probleme. Darüber wird sich in dieser Sendung im Rahmen einer Skype-Schaltung ausgetauscht und die Nachbarschaft zumindest virtuell gepflegt.“

„Geschlossene Grenzen sind ein Worst-Case-Szenario für das Leben im Dreiländereck. Mit unserer Interviewreihe „Blick zum Nachbarn“ konnten wir das große Interesse an Informationen aus Tschechien und Polen bedienen. Damals haben wir nicht geahnt, dass dieses aus der Not geborene Format auch im Frühjahr 2021 hochaktuell sein wird.“ 

Uwe Tschirner, Oberlausitz TV
 

  • Radio PSR / Privater Sächsischer Rundfunk GmbH, Leipzig für den Radio-PSR Sachsensong „Daheim, Daheim” aus der Steffen Lukas Show produziert von Steffen Lukas, Henry Nowak, Maximilian Reeg und Matthias Köhler

Jury: „So viel Selbstironie muss man erst mal haben: Auf amüsante Weise hat Radio PSR den Song 'Allein, allein' von Polarkreis 18 umgedichtet und als Video aus Zusammenschnitten des "Daheimseins" der Belegschaft für Website und Social-Media-Plattformen produziert. Humor hilft bekanntlich immer und sollte auch in Krisenzeiten nicht fehlen. Hier ist er auf jeden Fall gelungen.“


Die Gewinner mit einem Preisgeld von jeweils 2.500 Euro sind:

  • Vogtland Radio / Vogtland Radio Rundfunkgesellschaft mbH, Plauen für das Programmformat „die Aktuelle Stunde im Vogtland Radio: Corona hat das Vogtland erreicht” produziert von Romy Blank und Sophie Malina

Jury: „Mit vielfältigen Themen rund um die neue Corona-Situation und den Beiträgen zweier Fachleute klärt diese Sendung auf und informiert die Hörer auf unaufgeregte, aber dennoch eindringliche Weise. So stellt man sich eine Sendung in diesen Zeiten vor, sehr gut.“ 

  • Energy Sachsen / Netzwerk Programmanbietergesellschaft mbH Sachsen & Co. Betriebs KG, Leipzig für den Energy Sachsen Corona-Rap mit wiederkehrendem Einsatz im Programm produziert von Simon Dietze und Oliver Harrington

Jury: „Entsprechend der jungen Zielgruppe ist auf humorvolle Weise diese völlig neuartige Situation der Corona-Pandemie verarbeitet worden.“

  • Radio Leipzig / BCS Broadcast Sachsen Verwaltungsgesellschaft mbH, Leipzig  für das Programmformat „Ich kauf hier! – Wir unterstützen in Coronazeiten lokale Unternehmen mit besonderen Aktionen gegen die Krise“ produziert von Roman Knoblauch

Jury: „In dieser Beitragsreihe geht es darum, gemeinsam lokale Unternehmen zu unterstützen. Die Aktionen und besonderen Angebote einiger Unternehmen werden vorgestellt, dazu gibt es gute O-Töne.“ 
 

„Hinter dem Titel „Ich kauf hier“ steckt  eine Aktion, die wir ins Leben gerufen haben, um regionale Händler zu unterstützen. Das heißt, lokale Firmen können sich auf unserer Webseite anmelden und wir machen dann kostenlos Werbung für das Unternehmen.Da wir diese Plattform schon eingerichtet hatten, haben wir uns überlegt, in der Corona-Zeit gezielt Firmen ON Air zu porträtieren, die ihr Geschäftsmodel der ungewöhnlichen Situation angepasst haben, um teilweise überhaupt zu überleben. Das Westbad hat z.B. Wasser virtuell verkauft, um so die Betriebskosten zu bezahlen. Ein Buchzulieferer hat einen Onlineshop eingerichtet und trotzdem den lokalen Buchhändlern, die ja geschlossen hatten, die Provision für die gekauften Bücher gezahlt und, und, und … Es gab so unglaublich viele Ideen der lokalen Firmen – einige habe ich porträtiert und dafür den Radiopreis bekommen!“ 

Roman Knoblauch, Radio Leipzig

  • Lausitzwelle / SGS Rundfunkgesellschaft, Hoyerswerda für den Beitrag: „Bäcker & Co. trotzen Corona” produziert von Hans-Peter Schreiber und Stephan Tzeuschner

Jury: „Dieser Beitrag ist kurz und ohne unnötige Längen, aber mit deutlicher Botschaft: Niemand muss Angst haben, dass die Grundnahrungsmittel knapp werden - aber jeder sollte das Handwerk und die Gewerbetreibenden vor Ort unterstützen. Das ist authentisch, direkt und von Interesse für die Bürger vor Ort.“

  • Coswiger Infokanal / Coswiger Infokanal K3 GbR, Coswig für den Beitrag „Wochenmarkt öffnet wieder mit Einschränkungen" produziert von Henri Schreiber

Jury: „Auch das sind wichtige Informationen für die Bürger der Region: Der Wochenmarkt ist wieder offen, aber was ist dabei zu beachten? Gut gemacht, mit vielen unterschiedlichen O-Tönen, erfährt der Coswiger alles, was er dazu wissen muss.“

  • Leipzig Fernsehen, LE Medien GmbH, Leipzig für das Programmformat: „Live-Bürgergespräch mit Oberbürgermeister Burkhard Jung” produziert von Johanna Zschiebsch, Felix Ammenn, Michael Georg, Jan Kaufhold

Jury: „Die Bürgersprechstunde ist ein sehr geeignetes Format, um Fragen der Bevölkerung direkt und unmittelbar zu beantworten. Da dies gerade nicht von Angesicht zu Angesicht möglich ist, wird die Fragestunde von Leipzig Fernsehen moderiert und die Bürger können ihre Fragen über verschiedene Kommunikationskanäle stellen. Dabei können sowohl der Oberbürgermeister als auch der Moderator einen souveränen Eindruck vermitteln, gleichzeitig aber auch eine lockere Gesprächsatmosphäre transportieren, was den Beitrag informativ und kurzweilig macht.“ 

  • Mittelsachsen TV, Mittweida für den Beitrag: „Chronik einer Pandemie” produziert von Udo Richter

Jury. „In einer beeindruckenden Rückschau werden im zeitlichen Ablauf die Ereignisse, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen, zusammengestellt und mit vielen Informationen angereichert.“

  • Muldental TV,  Muldental TV GmbH, Grimma für das Programmformat: „OB Berger informiert zur aktuellen Corona-Situation in Grimma” produziert von Jana Gerundt

Jury: „Grimma sieht sich – wie Mitte März wohl alle in Deutschland – mit stündlichen Neuerungen und großen Unsicherheiten konfrontiert. Muldental TV versucht mit dieser informativen und gut realisierten ad-hoc produzierten Sendung, im direkten Gespräch mit dem OB viele Unklarheiten auszuräumen und die Grimmaer Bevölkerung zu den vielen, kurzfristigen Maßnahmen zu informieren. Der Sendung gelingt es, die souveräne Ausstrahlung des Bürgermeisters entsprechend zu transportieren und kann damit viele Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.“ 

  • Pirna TV / PTV Fernseh- und Multimediagesellschaft mbH, Pirna für das Programmformat: „Digitaler Bürgerdialog – Politiker treffen besorgte Bürger” produziert von Sascha Schwarte

Jury: „Pirna TV reagiert mit einer professionellen, ausgewogenen und aufwändig produzierten Sendung auf die Corona-Pandemie. Dabei wird mit der notwendigen journalistischen Distanz über die Proteste einiger Bürger in Pirna berichtet und gleichzeitig mit einer Diskussionsrunde, in der Vertreter der unterschiedlichsten Positionen vertreten sind, das aktuelle Thema diskutiert.“

  • Riesa TV / SAXN Media GmbH, Riesa für das Programmformat. „Gottesdienst zu Jubilate in Riesa-Gröba” produziert von Marco Branig

Jury: „Auch diese Übertragung eines Gottesdienstes besticht durch originelle Bildeinstellungen, gut ausgewählter Musik und einem professionellen Gesamteindruck.“ 

  • Westsachsen TV / TeleVision Zwickau GmbH, Zwickau für den Beitrag: „Corona-Tests – wie genau sind sie wirklich?” produziert von Kim Wutzler

Jury: „In dieser gut gemachten Sendung werden jede Menge interessante Fakten zur Corona-Pandemie zusammengetragen: Was ist unter den vielen Zahlen zu verstehen, was muss man in dieser Zeit beachten und wie laufen die Tests ab? Sogar zum Selbsttest tritt das Team von Westsachsen TV an und lässt sich auch erklären, wie diese im Labor bearbeitet werden. Sehr informativ.“