Förderung und Programm

Ergänzende kulturelle Filmförderung der SLM

Geschichten von herausragenden Künstlern, faszinierenden Persönlichkeiten, starken Frauen und berührenden Schicksalen – die Sächsische Landesmedienanstalt fördert seit mehr als 15 Jahren junge und erfahrene Filmemacher aus dem Freistaat. Rund 200 Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilme entstanden in dieser Zeit und nicht wenige feierten beachtliche Erfolge.
 

► Aufgabenerweiterung für vielversprechende und innovative Filmprojekte

Für die Sächsische Landesmedienanstalt ist es seit 2004 aufgrund einer Aufgabenerweiterung im Sächsischen Privatrundfunkgesetz möglich, die sächsische Filmbranche im Rahmen der ergänzenden kulturellen Filmförderung dauerhaft finanziell zu unterstützen. 

Mit rd. 2 Mio. Euro förderte die SLM bis heute rd. 200 Filmprojekte kleiner und mittlerer Unternehmen der sächsischen Filmwirtschaft im Bereich Film- und TV-Produktionen. Die finanziellen Mittel, die die SLM zur Verfügung stellt, unterstützen innovative und vielversprechende Projekte im Kurzspiel-, Dokumentar- und Animationsfilm.

 

​​​​​​Ziel der Förderung ist es vor allem, junge und erfahrene Filmemacher aus dem Freistaat auf ihrem Weg zum professionell produzierten Film zu unterstützen und kulturelle Qualität bzw. Experimentelles zu fördern.
 

  • „Wir sind sehr stolz über jedes einzelne Filmprojekt, welches – neben weiteren Förderpartnern, wie z.B. der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen oder der Mitteldeutschen Medienförderung – auch mit unserem Beitrag erfolgreich realisiert werden konnte.“ 

    Michael Sagurna, Sachverständiger des Medienrates der SLM 
     

Die Auswahl der förderwürdigen Filmprojekte wird drei Mal im Jahr durch den Medienrat der SLM vorgenommen, der auf Empfehlungen einer Bewertungskommission zurückgreift. Die Förderung basiert auf § 28 Sächsisches Privatrundfunkgesetz, wonach der SLM eine ergänzende kulturelle Filmförderung ermöglicht wird. Die Kriterien der Förderung sind in der SLM-Förderrichtlinie definiert. 

Eine ergänzende Filmförderung kann erfolgen, wenn das Projekt erwarten lässt:

  • dass der Nachwuchs für die sächsische Medienlandschaft gefördert oder gesichert wird oder
  • dass qualitative Maßstäbe gesetzt werden, oder
  • dass richtungsweisende Programme, Formate und neue Entwicklungen in der Mediengestaltung produziert oder initiiert werden und
  • dass mindestens ein sächsischer TV-Veranstalter den fertigen Film in seinem TV-Programm ausstrahlen wird.

Die ergänzende kulturelle Filmförderung wird für Filmproduktionen gewährt, die für die Verbreitung im Fernsehen geeignet sind.

Zuwendungsempfänger können private Film- und Fernsehproduktionsunternehmen insbesondere aus dem Mittelstand sein, deren Hauptsitz im Freistaat Sachsen liegt und deren Produktionen weit überwiegend mit im Freistaat Sachsen ansässigen Mitarbeitern realisiert werden.

Im Jahre 2015 erweiterte die SLM ihre Förderrichtlinie im Rahmen der ergänzenden kulturellen Filmförderung, um die Zusammenarbeit von Filmproduzenten und in Sachsen lizenzierten privaten Lokal-TV-Veranstaltern zu erleichtern. Dabei kann die Antragstellung auch nach Projektbeginn erfolgen. Damit wird der Erfahrungspraxis Rechnung getragen, dass die Veranstalter häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt von einer Kooperation überzeugt werden können.

  • § 24 Abs. 6 SLM-Förderrichtlinie:

„Bei Koproduktionen mit in Sachsen ansässigen TV-Veranstaltern kann der Koproduktionsanteil des Veranstalters zusätzlich gefördert werden, und zwar bis zu einer Höhe von weiteren 15 Prozent der Gesamtkosten. Ein entsprechender Antrag kann auch nach Projektbeginn gestellt werden.“

Produktion: „Die mit dem Regen kam”
Buch & Regie: Beston Ismael
Genre: Kurzfilm

Kurzinhalt:
An einem Strand im unbestimmten, vermutlich griechischen, Nirgendwo, begegnen sich die 7-Jährige Merjan, eine jesidische Kurdin, und der 19-jährige Diyab aus Syrien. Was vorher geschehen ist, kann der Zuschauer nur erahnen – Merjan jedenfalls sucht den Strand nach den Schuhen ihres Vaters ab und will den Ort nicht eher verlassen, bis sie diese gefunden hat. Diyab hingegen ist ungeduldig, weil er weiterziehen, gleichzeitig aber das Kind nicht allein lassen möchte. Endlich laufen sie zusammen los und finden bei einem alten griechischen Ehepaar Unterschlupf. Keiner spricht die Sprache des jeweils anderen, doch die Gesten und Taten ermöglichen Verständigung.
 


Trailer: „Die mit dem Regen kam”


Produktion: „Der Prozess”
Buch & Regie: Jan Wilde
Genre: Kurzfilm

Kurzinhalt:
Diese fiktionale Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit in einer sächsischen Kleinstadt. Ein Tunesier verhält sich im örtlichen Discounter auffällig und wird daraufhin – zu Unrecht, wie sich deutlich später herausstellen wird - des Ladendiebstahls bezichtigt. Die Situation eskaliert und führt dazu, dass einige kräftige Männer ihn an einen Baum fesseln. Es kommt zu einem öffentlichen „Prozess”. Die herbeigerufene Polizei versucht sich, ein Bild von der Lage zu verschaffen und muss die unterschiedlichen Aussagen und Positionen, die Vorverurteilungen und Demütigungen ordnen. Unterstrichen wird die beklemmende Atmosphäre des Films durch eine auf die elementaren Dinge reduzierte Umgebung, die an minimalistische Bühnenbilder im Theater angelehnt ist.
 


Trailer: „Der Prozess”


Produktion: „winterlieb – libawka”
Buch & Regie: Maja Nagel
Genre: Dokumentarfilm

Kurzinhalt:
Die Oberlausitz ist nicht nur seit rund tausend Jahren die Heimat der Sorben, sie ist auch für ihre einzigartige Natur bekannt – und für deren gnadenlose Zerstörung, da unter der Oberfläche große Kohlevorkommen lagern. Die Kritik an der Kohleförderung wird immer stärker – sie ruiniert unwiederbringlich die Natur, greift in die gewachsenen Traditionen des sorbischen Volkes ein und ist vor dem Hintergrund drängender Maßnahmen für den Klimaschutz immer umstrittener. Als zweiter Teil einer begonnenen Trilogie zeigt dieser Film das unermüdliche Engagement von Edith Penk und ihrem Sohn Christian gegen die Abbaggerung und für den Schutz der Umwelt und des sorbischen Siedlungsgebiets.
 


Trailer: „winterlieb – libawka”


Produktion: „Mr. Greenfield – The Presidents' Tailor”
Buch: Dr. Peter-Hugo Scholz und Rick Minnich
Regie: Rick Minnich
Genre: Dokumentarfilm

Kurzinhalt:
Eine Lebensgeschichte, die berührt und bewegt: Der Holocaust-Überlebende Martin Greenfield, geboren als Maximilian Grünfeld, musste große Teile seiner Kindheit bzw. Jugend in unterschiedlichen Konzentrationslagern verbringen und verlor dabei seine gesamte Familie. Trotz allem bewahrte er sich seine positive Lebenseinstellung und seinen Optimismus, was ihn durch sein ganzes Leben getragen hat. Diese Charaktereigenschaften waren wohl die Basis seiner beispiellosen Karriere vom Laufburschen zum Maßschneider der US-Präsidenten und einiger Hollywood-Prominenz sowie dem Ausstatter bekannter Musicals. Mit diesem Film liegt nicht nur ein beeindruckendes Biopic vor, sondern auch ein wichtiges Zeitzeugendokument.
 


Trailer: „Mr. Greenfield – The Presidents' Tailor”


 

Produktion: „Der Kopf der Katze“
Buch und Regie: Harriet Meining und Peter Meining
Genre: Kurzfilm

Kurzinhalt:
In diesem künstlerisch hochwertigen Film lebt eine Mutter zurückgezogen mit ihrer siebenjährigen Tochter in einem einsamen Haus. Die Mutter möchte das Kind zu einer Spezialistin ausbilden. Lektionen und Verzicht prägen den Alltag und die Erziehung des Kindes, welches aus mütterlicher Perspektive die ideale Vorbereitung für das Leben darstellt. Als das Kind ein Geschenk bekommt, ändert sich alles.

Im März 2021 erhielt der Film das Prädikat „Besonders wertvoll” der Deutschen Film- und Medienbewertung.


Trailer: „Der Kopf der Katze”