- MEDIENINFORMATION -
Sitzung des Medienrates der Sächsischen Landesmedienanstalt vom 1. September 2026
1) Sächsische Landesmedienanstalt fördert acht Projekte sächsischer Filmschaffender mit insgesamt rd. 112.000 Euro
2) Sächsische Landesmedienanstalt fördert sechs Medienkompetenzangebote für Menschen mit psychischen Belastungen mit insgesamt 66.000 Euro
3) Aufruf zur Einreichung von Anträgen auf Förderung von Film- und Medienfestivals sowie Medienkompetenz-Wettbewerben in Sachsen im Jahr 2027
1) Sächsische Landesmedienanstalt fördert acht Projekte sächsischer Filmschaffender mit insgesamt rd. 112.000 Euro
Der Medienrat der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) hat sich in seiner Sitzung am 01.09.2026 mit den eingegangenen Förderanträgen sächsischer Filmschaffender im Rahmen der ergänzenden kulturellen Filmförderung befasst und insgesamt rd. 112.000 Euro bewilligt.
Eine Förderzusage erhalten folgende Filmschaffende:
- schmidtFilm Filmproduktion, Anna Neuhaus, Leipzig, für ein klassisches Künstlerporträt/eine Dokumentation mit dem Titel "Kurt Masur. Gegen den Strom". Das Filmprojekt soll den Lebensweg des Dirigenten Kurt Masur nachzeichnen – ein Mensch, der nicht nur als Künstler Spuren hinterlassen hat, sondern auch als Person der Zeitgeschichte.
- PARA Film GbR, Kathrin Lemcke und Jonas Matauschek, Leipzig, für den Animations-Kurzfilm "Hipnagogia", der sich auf experimentelle Weise dem Thema Nachtarbeit und weltweitem Versandhandel widmet.
- FILM.SCHNEIDER, Antje Schneider, Leipzig, für das Filmprojekt "Zweiter Akt. Was aus Liebe werden kann (AT)", das an eine bereits vor 20 Jahren realisierte Dokumentation über den Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz anknüpft. In dem aktuellen Projekt sollen Veränderungen deutlich gemacht und Protagonisten von damals wiedergetroffen werden. Gezeigt werden sollen auch die gesellschaftspolitischen und ökologische Krisen und Veränderungen, die diesen idyllischen Ort und das Leben der Menschen unmittelbar beeinflusst haben.
- Reynard Films GmbH, Katharina Weser und Georg Neubert, Leipzig, für einen dystopischen Kurzfilm mit dem Titel "Lifescore", der sich mit hochaktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzt, wie die der zunehmenden Ökonomisierung menschlichen Lebens, algorithmischen Entscheidungsstrukturen und dem Spannungsfeld zwischen individueller Würde und systematischem Druck.
- Rosa Lyenska, Chemnitz, für den Kurzfilm "Einmal Jude, immer Jude". Mit diesem Projekt soll ein satirisch-psychologisches Kammerspiel entstehen, welches sich mit den gegenwärtigen Formen des Antisemitismus auseinandersetzt.
- blaue Pampelmuse UG, Carol Ratajczak, Leipzig, für den Animations-Kurzfilm "Melatonin", in dem es um Schlafstörungen und nächtliche Gedankenstrudel gehen soll. Visuell getragen werden soll der Film durch ein psychedelisches 2D-Animationsuniversum, bei dem sich die Bilder in ständiger Transformation befinden und Farben verschmelzen.
- Yaga Studio GmbH, Katharina Weser und Georg Neubert, Leipzig, für die VR-Produktion "The Opposite of Being". Das Werk soll introspektive Vignetten, lebendige Doppelgänger, vielschichtige Klanglandschaften und Gesangskompositionen zu einem sinnlichen Gesamtkunstwerk verbinden.
- Reynard Films GmbH, Georg Neubert, Leipzig, für eine Coming-of-Age-Geschichte in den Bergen Jordaniens mit dem Titel "Jo of Montreal". Dabei soll ein emotionaler, visuell poetischer Film über Freundschaft, Zugehörigkeit und die Bewahrung kultureller Wurzeln in einer sich wandelnden Welt entstehen, der sich an eine junge Zielgruppe wendet.
Die finanziellen Mittel sollen innovative und vielversprechende Projekte im Kurzspiel-, Dokumentar- und Animationsfilm unterstützen. Die Kriterien der Förderung sind in der SLM-Förderrichtlinie definiert (https://www.slm-online.de/foerderung-und-rogramm/foerderung/filmfoerderung)
2) Sächsische Landesmedienanstalt fördert sechs Medienkompetenzangebote für Menschen mit psychischen Belastungen mit insgesamt 66.000 Euro
Der Medienrat der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) befasste sich in seiner Sitzung am 01.09.2026 mit den Anträgen zur ergänzenden Projektförderung 2026/2027 der SLM mit dem Schwerpunkt auf Förderung von Medienkompetenz und medialer Teilhabe von Menschen mit psychischen Belastungen. Als Zielgruppen werden Menschen mit psychischen Erkrankungen zwischen 20 und 80 Jahren adressiert, die sich außerhalb einer akuten Krisensituation im Alltag in unterschiedlichsten Unterstützungsstrukturen befinden, sowie ergänzend psychosoziale Fachkräfte und Angehörige.
Folgende sechs Antragsteller mit ihren Projekten erhalten im Umfang von insgesamt 66.000 Euro eine Förderung:
- GESOP gGmbH in Kooperation mit der Dresdner Forschungswerk GmbH für “Zwischen Chat und Schweigen – Medienkompetenz fördern, Einsamkeit begegnen”
- YC Medien und Bildung gGmbH in Kooperation mit der Heim gGmbH für "HeimDigital – Medien sicher und selbstbestimmt nutzen"
- Little Brother e.V. in Kooperation mit der Gutshof Stötteritz gGmbH i.G. für "Gut verbunden – Workshops zum sicheren und entspannten Umgang mit digitalen Medien"
- Initiative Görlitz gGmbH in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Medien Ostsachsen (KMO) der Euro Akademie Görlitz für "Handy und Internet? So geht´s! Medienkompetenz für chronisch psychisch kranke Menschen"
- FAM gGmbH in Kooperation mit dem Autismus und AD(H)S im Landkreis Leipzig e.V. für "Neuro-Digital-Labs – Mediale Selbsthilfe und Co-Regulierung im autistischen und ADHSSpektrum"
- Radio-Verein Leipzig e.V. in Kooperation mit dem Wege e.V. für "Digital(er)Leben – Mediale Teilhabe für psychisch belastete Menschen in Sachsen"
Der zuvor initiierte Aufruf richtete sich insbesondere an medienpädagogisch tätige Vereine, Initiativen und Einrichtungen sowie an psychosoziale Träger in Sachsen.
Ziel der Förderung ist es, Medienkompetenzangebote für Menschen mit psychischen Belastungen zu entwickeln und umzusetzen, die einen reflektierten, resilienten und selbstbestimmten Umgang mit Medien im Alltag stärken helfen. Dabei steht ein ressourcenorientierter Blick im Vordergrund: Medien werden nicht problematisiert, sondern als Möglichkeit verstanden, soziale Kontakte zu pflegen, sich zu informieren und gesellschaftlich teilzuhaben.
Voraussetzung für eine Förderung war die Zusammenarbeit im Tandem aus einer medienpädagogischen Einrichtung und einem in Sachsen ansässigen psychosozialen Träger.
3) Aufruf zur Einreichung von Anträgen auf Förderung von Film- und Medienfestivals sowie Medienkompetenz-Wettbewerben in Sachsen im Jahr 2027
Der Medienrat der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) hat in seiner Sitzung am 01.09.2026 beschlossen, einen Aufruf für die Förderung von Medien-Wettbewerben- und Festivals in Sachsen für das Förderjahr 2027 zu initiieren. Demnach können ab sofort Anträge auf eine anteilige Förderung von lokalen, regionalen oder international ausgerichteten Filmfestivals, filmbezogenen Medienfesten sowie Medienwettbewerben zur Stärkung der Medienkompetenz im Freistaat Sachsen bei der SLM eingereicht werden.
Die Förderung soll dazu beitragen, Film- und Medienschaffenden eine Plattform zu bieten, um ihre Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen, sich untereinander auszutauschen und sich zu qualifizieren, damit auf diese Weise und mittels gezielter Distribution der filmischen Werke der Filmstandort Sachsen gestärkt und die dortige Programmvielfalt und -qualität erhöht werden. Auch sollen die rezeptive Filmbildung der teilnehmenden Bevölkerung wie auch deren kundiger und bewusster Umgang mit Medien befördert und die Motivation unterstützt werden, an medienkompetenzfördernden Angeboten und Projekten teilzunehmen oder selbige einladend und sichtbar zu gestalten.
Akteure, die in diesem Sinne beabsichtigen, innerhalb Sachsens in 2027 ein bereits mehrfach regelmäßig realisiertes Filmfestival, Film- und Medienfest oder einen Medienkompetenz-Wettbewerb auszurichten und dieses mit vorhandenen Mitteln nicht ausreichend finanzieren können, sind aufgerufen, sich um eine Förderung bei der SLM zu bewerben.
Die Förderanträge können bis spätestens 30.09.2026 bei der SLM eingereicht werden. Der Aufruf ist auf der Website der SLM unter folgendem Link abrufbar.