Im dualen Rundfunksystem in Deutschland, dem Nebeneinander von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk, sind die 14 Landesmedienanstalten die Lizenzierungs- und Aufsichtsbehörden für den privaten Rundfunk. Auch wenn der Rundfunk nach dem Grundgesetz Ländersache ist, bedürfen viele grundsätzliche rundfunkrechtliche Angelegenheiten einer länderübergreifenden Abstimmung. Zu diesem Zweck arbeiten die Landesmedienanstalten in verschiedenen Gremien und Kommissionen zusammen, wobei die Zusammenarbeit durch die Gemeinsame Geschäftsstelle der Medienanstalten zentral koordiniert wird.

Organe der Medienanstalten, die verbindliche Entscheidungen für die zuständige Landesmedienanstalt treffen, sind die

ZAK: Kommission für Zulassung und Aufsicht

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht, ein Organ der Landesmedienanstalten, behandelt Fragen der Zulassung und Kontrolle bundesweiter Veranstalter, der Plattformregulierung und der Entwicklung des digitalen Rundfunks. Die Mehrheitsentscheidungen der ZAK sind rechtsverbindlich und werden direkt in den Ländern umgesetzt.
Mitglieder des 2008 gegründeten Gremiums sind die Direktoren und Präsidenten der 14 Landesmedienanstalten unter dem Vorsitz von Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

DLM: Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten

In Personalunion mit der ZAK besteht die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), die auf Grundlage des Selbstorganisationsrechts eingerichtet wurde und gemeinsame Angelegenheiten im Bereich der audiovisuellen Medien außerhalb der Zulassungs- und Aufsichtsaufgaben behandelt. Sie nimmt die Interessen der Mitgliedsanstalten auf dem Gebiet des Rundfunks auf nationaler und internationaler Ebene wahr.

Michael Sagurna leitet seit 2014 eine Arbeitsgruppe der DLM, die Fördermöglichkeiten und andere Regulierungsoptionen mit dem Ziel der Stärkung des Geschäftsmodells des lokalen und regionalen Rundfunks diskutiert.

GVK: Gremienvorsitzendenkonferenz

Die Gremienvorsitzendenkonferenz setzt sich aus den jeweiligen Vorsitzenden der Beschlussgremien der Landesmedienanstalten zusammen. Sie trifft die Auswahlentscheidungen bei den Zuweisungen für drahtlose Übertragungskapazitäten an private Anbieter und bei der Belegung von Plattformen. Außerdem werden Fragen der Medienpolitik und medienethische Aspekte beraten. Von besonderer Bedeutung ist der Diskurs über Programminhalte: Die Gremienvorsitzenden thematisieren Qualität und Entwicklung der elektronischen Medien, mit Blick auf die Werte und Normen unserer Gesellschaft.

Seit dem 1. Januar 2012 ist Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR Hessen, Vorsitzender der GVK. Grit Wißkirchen, Vizepräsidentin des Medienrates vertritt die SLM in der GVK.

GK: Gesamtkonferenz

Der Gesamtkonferenz (GK) gehören die Mitglieder der DLM und der GVK an. Sie berät über Fragen der Programmentwicklung des privaten Hörfunks und Fernsehens sowie Angelegenheiten, die für das "Duale Rundfunksystem" von grundsätzlicher medienpolitischer Bedeutung sind.

KEK: Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich

Diese Kommission hat den Auftrag, die Einhaltung der Bestimmungen zur Sicherung der Meinungsvielfalt im bundesweiten privaten Fernsehen zu prüfen und die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Die KEK ist als Beschlussorgan für alle Landesmedienanstalten für die bundeseinheitliche Konzentrationskontrolle zuständig.

Sie setzt sich zusammen aus sechs von den Ministerpräsidenten berufenen Sachverständigen des Rundfunk- und Wirtschaftsrechts sowie aus sechs Vertretern der Landesmedienanstalten. Vorsitzender ist Prof. Dr. Ralf Müller-Terpitz. Michael Sagurna, Präsident des Medienrates der SLM, gehört den Vertretern der Landesmedienanstalten an.

KJM: Kommission für Jugendmedienschutz

Die Kommission für Jugendmedienschutz ist die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten Radio und Fernsehen sowie im Internet. Ihre Beschlüsse werden von den jeweils zuständigen Landesmedienanstalten umgesetzt.
Ihre Aufgabe ist es, Kinder und Jugendliche vor negativen Medienerfahrungen zu schützen, indem sie Medienanbietern die rechtlichen Grenzen aufzeigt und von ihnen Selbstverantwortung einfordert.

Die KJM hat zwölf Mitglieder: sechs aus den Landesmedienanstalten, vier von den für den Jugendschutz zuständigen obersten Landesbehörden und zwei von den für den Jugendschutz zuständigen obersten Bundesbehörden. Vorsitzender der KJM ist der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM), Andreas Fischer.

Fachausschüsse und TKLM:

Die Entscheidungen der ZAK und der DLM werden von drei Fachausschüssen vorbereitet, die für Regulierungsfragen (1), Netze, Technik und Konvergenz (2) sowie Bürgermedien, Medienkompetenz und Jugendschutz (3) zuständig sind.

Der Geschäftsführer der SLM, Martin Deitenbeck, gehört dem Fachausschuss 2 an. Arbeitsschwerpunkt dieses Fachausschusses sind Plattformregulierung, digitaler Zugang, technische Fragen des Übergangs von der analogen zur digitalen Rundfunkverbreitung und Frequenzfragen.

Die Technische Konferenz der Landesmedienanstalten (TKLM) leistet fachliche Unterstützung. Wichtige Themen sind die Weiterentwicklung des Digitalradios, der Umstieg der terrestrischen Fernsehverbreitung auf DVB-T2, die Entwicklung von Ausstiegszenarien für die analoge Rundfunkverbreitung und die technische Verbreitung von Lokalfernsehen in kabelgebundenen Plattformen.