Entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte

Hierzu zählen Angebote, die zwar noch nicht als entwicklungsgefährdend eingestuft werden, aber geeignet sind, „die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen“ (§ 5 Abs. 1 JMStV).

Anbieter, die solche Inhalte verbreiten oder zugänglich machen, müssen nach § 5 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) dafür Sorge tragen, dass diese von Kindern und Jugendlichen der betroffenen Altersstufe „üblicherweise nicht wahrgenommen werden“. Erfüllt werden kann diese Auflage durch Sendezeitbeschränkungen, sowie zusätzliche technische Maßnahmen oder Jugendschutzprogramme.

Sendezeitbeschränkungen:

  • ab 12 Jahren = im Fernsehen erst ab 20.00 Uhr (Empfehlung)
  • ab 16 Jahren = im Fernsehen erst ab 22.00 Uhr (feste Grenze)
  • ab 18 Jahren = im Fernsehen erst ab 23.00 Uhr (feste Grenze)

Generell gilt: Das Tagesprogramm muss für alle Zuschauergruppen, also auch Kinder, geeignet sein – erst ab 20 Uhr beginnt das Programm für ältere Jugendliche und Erwachsene!

Ausgenommen von den zeitlichen Beschränkungen sind Nachrichtensendungen und Sendungen zum politischen Zeitgeschehen, insofern gerade diese Form der Darstellung und Berichterstattung von allgemeinem öffentlichen Interesse ist.

Technische Maßnahmen:

Bei Angeboten im digitalen Fernsehen ist es durch Jugendschutz-Vorsperren möglich, entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte unabhängig von den Sendezeitbeschränkungen zugänglich zu machen.

Jugendschutzprogramme:

Eine Variante neben technischen Mitteln und Zeitgrenzen

Jugendschutzprogramme können Eltern eine Möglichkeit an die Hand geben, Kindern je nach Altersstufe geeignete Internetangebote freizuschalten und ungeeignete zu blockieren. Die Aufgabe der Anerkennung von Jugendschutzprogrammen liegt bei der KJM. Jugendschutzprogramme wurden als spezielles Jugendschutzinstrument bei entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten in Telemedien im JMStV eingeführt. Sie müssen einen nach Altersstufen differenzierten Zugang zum Internet ermöglichen. Jugendschutzprogramme sind neben technischen Mitteln und Zeitgrenzen eine von drei Varianten, die Inhalte-Anbieter als Jugendschutzmaßnahme bei der Verbreitung von entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten im Internet einsetzen können. Entwicklungsbeeinträchtigende Angebote sind z. B. Gewalt- oder Sexualdarstellungen, die Kinder und Jugendliche ängstigen oder verunsichern können. Dabei wird zwischen verschiedenen Altersstufen unterschieden.

Anerkannte Jugendschutzprogramme

Die KJM hat bisher vier Jugendschutzprogramme anerkannt:

Der KJM ist allerdings die Weiterentwicklung und Verbreitung der Jugendschutzprogramme ein vordringliches Anliegen, besonders auf weiteren, vor allem mobilen Plattformen.

Kriterien für die Anerkennung

Die KJM hat Kriterien für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen verabschiedet. Diese Kriterien orientieren sich am derzeitigen Erkenntnisstand. Sie sind nicht abschließend; eine Anpassung bzw. weitere Verfeinerung ist jederzeit möglich. Die Kriterien sollen als Information für Betreiber und Anbieter von Jugendschutzprogrammen dienen.

Alterskennzeichnung von Inhalten mittels Age.de-xml Label:

Inhalte-Anbieter können ihrer Jugendschutzpflicht bei entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten dadurch nachkommen, dass sie diese für ein anerkanntes Jugendschutzprogramm programmieren. Dabei müssen sie ihre Inhalte einer Altersstufe zuordnen und mit einem technischen Standard (age-de.xml) so auszeichnen, dass diese Altersklassifizierung von anerkannten Jugendschutzprogrammen ausgelesen und richtig interpretiert werden kann. Die anerkannten Programme müssen dann entsprechend den Einstellungen der Eltern Inhalte freigeben oder blockieren.