Bundesebene:

"Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige": Es gibt erheblichen Bedarf für unbürokratische Soforthilfe zugunsten von Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständigen und Angehörigen der Freien Berufe, die in der Regel keine Kredite erhalten und über keine Sicherheiten oder weitere Einnahmen verfügen. Dies betrifft auch Künstlerinnen und Künstler, Medienschaffende, Klein- und Kleinstunternehmen der Kultur- und Kreativbranche.

Eckpunkte „Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige“
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie des Bundesministeriums der Finanzen

Förderprogramme des Bundes - Website des BMWi

Landesebene – Freistaat Sachsen:

Auf Landesebene startete am 23.03.2020 das Programm der
Sächsischen Landesregierung "Sachsen hilft sofort".

Betroffene erhalten innerhalb von 48 Stunden eine finanzielle Soforthilfe von bis zu 50.000 Euro, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 100.000 Euro. Das Darlehen ist für die gesamte Laufzeit von zehn Jahren zinslos und bis zu 36 Monate tilgungsfrei. Mit dem Geld können Verdienst- und Umsatzausfälle der kommenden Wochen abgefangen werden.

Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Gewährung von Soforthilfe-Darlehen zur Sicherung der Liquidität von Kleinstunternehmen - Richtlinie Soforthilfe-Darlehen(PDF, 218 kB)

www.sachsen.de - Informationen für Unternehmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Die Bewilligung funktioniert ohne Hausbank. Die Antragstellung und Beratung erfolgt ab sofort bei der Sächsischen Aufbaubank - SAB, die Antragsformulare sind auf der Website unter www.sab.sachsen.de zu finden.

I. Bundesebene - weitere bundesweite Maßnahmen und Informationen

1. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Voraussetzungen - Erhebliche Härte für das Unternehmen:

  • Ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse oder wenn diese nach Einzug der Sozialversicherungsabgaben eintreten würden
  • Nur möglich bei situationsbedingter Überschuldung

Beantragung: Antrag des Unternehmens bei der zuständigen Krankenkasse, bei der das Vorliegen der Voraussetzungen zu belegen ist.

2. steuerliche Unterstützungsmaßnahmen der Finanzämter

Das Bundesfinanzministerium hat die Länder u.a. zu folgenden Maßnahmen angewiesen:

  • Erleichterung der Finanzbehörden, Stundungen von Steuerschulden sind zu gewähren.
  • Wenn Unternehmen unmittelbar von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus betroffen sind, wird bis Ende des Jahres 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge verzichtet.
  • Erleichterung der Voraussetzungen, um Vorauszahlungen von Steuerpflichtigen anzupassen.
  • Durch die Krise entstandene Zinsen oder zinsähnliche Instrumente (Säumniszuschläge, Stundungszinsen o.Ä.) sollen soweit wie möglich erlassen werden, wenn das Virus dafür ursächlich ist.

Voraussetzungen:

  • Es werden ohne besondere Nachweise wie z.B. betriebswirtschaftliche Auswertungen o.ä. Anpassungen der Vorauszahlungen ermöglicht.
  • Die Hürden der Voraussetzungen für die Stundung (Stundungswürdigkeit und Stundungsbedürftigkeit) sollen von den zuständigen Stellen (Stund-E-Stellen) deutlich herabgesetzt werden.

Beantragung: Antrag beim zuständigen Finanzamt

Weitere Informationen hier.

3. Kurzarbeitergeld (KUG)

Der Arbeitgeber zahlt anteiligen Lohn, basierend auf tatsächlich gearbeiteten Stunden. Der Lohn wird durch die Bundesagentur für Arbeit mit 60 % (für Beschäftigte mit Kind mit 67 %) des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts aufgestockt.

Laufzeit: Regel-Bezugsdauer max.12 Monate (Unterbrechung bis zu 3 Monate bei Wiederaufnahme des Geschäfts möglich)

Voraussetzungen:

  • Vorübergehender erheblicher Arbeitsausfall und Entgeltverluste von mind. 10 % für mind. 10 % der Beschäftigten
  • Unabwendbares Ereignis und unvermeidbarer Arbeitsausfall
  • Kurzarbeitsklausel in den Arbeitsverträgen - wenn nicht vorhanden, ist Vertragsergänzung oder entsprechende Ergänzungsvereinbarung möglich

Beantragung:

  • Beantragung über Portal der Bundesagentur für Arbeit
  • Antragstellung an zuständige Agentur für Arbeit
  • KUG kann bereits rückwirkend ab 01.03.2020 beantragt werden

Zusätzliche Informationen:

AG trägt die bisherigen Sozialversicherungsbeiträge zu 80 % → Gesetzesänderung ist geplant

Wichtig: Kurzarbeitergeld wird erst nach Zahlung durch AG erstattet und gilt nicht für freie Mitarbeiter

Weitere Informationen hier.

4. Bürgschaftsbanken

Die Bürgschaftsbanken in Deutschland erweitern ihre Unterstützung von kleineren und mittleren Unternehmen:

  • Anhebung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Mio. Euro (bisher 1,25 Mio. Euro)
  • Höhere Risikoübernahme des Bundes durch Erhöhung der Rückbürgschaft
  • Beschleunigter Entscheidungsprozess

Laufzeit: regional verschieden geregelt

Voraussetzungen: Branchenübergreifend für alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die Freien Berufe vorgesehen

Beantragung:

Bei Bürgschaften < 250 Tsd. Euro wird Entscheidung innerhalb von drei Arbeitstagen getroffen.

Weitere Informationen hier.

5. Kreditprogramm der KFW

Der Bund bietet weitere Hilfen über die KFW an.

Zu diesen Angeboten zählt unter anderem der KFW-Unternehmerkredit für Unternehmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind. Dieser bietet Risikoübernahmen (Haftungsfreistellungen) für die durchleitenden Finanzierungspartner (in der Regel die Hausbanken) von bis zu 90 % für Betriebsmittelkredite für kleine und mittlere Unternehmen bzw. 80 % für große Unternehmen bis 1 Mrd. EUR Kreditvolumen.

Ansprechpartner: Hausbank

Weitere Informationen hier:

II. Landessebene - weitere Maßnahmen und Informationen für Sachsen

1. Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB)

Die SAB bietet allgemeine Informationen über die Unterstützungsangebote des Freistaats für sächsische Unternehmen an. Hotline wurde geschaltet: 0351 4910-1100.

Zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Know-how in Sachsen unterstützt die SAB kleine und mittelständige Unternehmen mit dem Programm zur Rettung und Umstrukturierung von kleinen und mittleren Unternehmen in Schwierigkeiten (RuB). Hier wird die vorrübergehende Liquidität zur Vorbereitung eines Umstrukturierungskonzeptes oder die Maßnahmen zur leistungswirtschaftlichen und finanziellen Unternehmensumstrukturierung gefördert.

Weitere Informationen hier.

2. Bürgschaftsbank

Die Bürgschaftsbank Sachsen folgt den angekündigten bundesweiten Maßnahmen. Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:

  • Erhöhung der maximalen Bürgschaftshöhe auf 2,5 Mio. EUR
  • Beschleunigung des Bewilligungsprozesses
  • Verbürgung von bis zu 80% der Kredithöhe (Bisher 60%)
  • Zusagen von „Express-Liquiditäts“-Bürgschaften bis 500.000 EUR innerhalb eines Arbeitstages

Weitere Informationen hier.

3. Landesdirektion Sachsen

Ergeht von den Gesundheitsämtern ein Beschäftigungsverbot oder eine Quarantäne, können Beschäftigte von Unternehmen und Selbstständige für den Verdienstausfall eine Entschädigung von der Landesdirektion Sachsen erhalten.

Weitere Informationen hier.

4. Freistaat Sachsen

alles zum Thema Corona im Überblick: www.coronavirus.sachsen.de

  • das Sächsische Staatsministerium der Finanzen hat die Möglichkeit eingeräumt, Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für das Jahr 2020 nachträglich auf Null Euro zu reduzieren. Bereits gezahlte Beträge können daher erstattet oder mit anderen Posten verrechnet werden.

- Informationen für Unternehmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer

- Informationen zu Steuern und Finanzen - unbürokratische steuerliche Hilfen und weitere Maßnahmen

- Weitere Unterstützung für Unternehmen durch die mögliche Rückzahlung von Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen