Im Rahmen der Programmbörse zeigten Programmmacher und Dienstleister die vielfältigen Angebote, mit denen Lokal-TV heute die Zuschauer erreicht. So organisiert studio47 aus Duisburg regelmäßig Live-Konzerte in die Küchen seiner Zuschauer, um jungen Bands eine Plattform zu bieten und die junge Zielgruppe ans Programm zu binden. In die gleiche Kerbe zielt MV Uncut aus Schwerin: Mit Effekten, schnellen Schnitten und ungewöhnlichen Kameraperspektiven gelingt der Redaktion ein Programm, das über die klassischen Ausstrahlungswege hinaus für Reichweite und Bekanntheit der beteiligten Programme TV Schwerin und MV1 sorgt.

Dass es auch politisch geht, zeigten weitere Programm-Präsentationen: Da werden etwa Bürgermeisterkandidaten einem Stresstest ausgesetzt, in dem sie in kurzer Zeit viele Fragen beantworten müssen. Oder sie finden sich für eine Stunde live bei Facebook (und später zusammengeschnitten im TV-Programm) mit einem kritischen Moderator wieder, der mehr die menschliche Seite der Kandidaten beleuchtet.

Innovativ zeigt sich Lokal-TV auch in anderen Bereichen: Die Wirtschaftskompetenz gleich mehrerer Programme aus Thüringen bündelt das monatliche Magazin „Metropol“. In dem Kooperationsprojekt sind Beiträge zu sehen, die von den einzelnen Programmanbietern aus den unterschiedlichen Regionen beigesteuert werden. Aus Rostock kommt eine technische Innovation: Dort hat der Sender Rostock TV gemeinsam mit einem Technik-Dienstleister eine App entwickelt, die Lokal-TV „smart“ macht und das Programm auf unterschiedlichste Kanäle verbreitet.

Bedeutung in lokaler Medienlandschaft wächst

Reichweite, Bekannt- und Beliebtheit sowie Relevanz sind die Punkte, die auch über den ersten Tag in Diskussionen und Vorträgen angesprochen wurden. Um Lokal-TV als wichtigen Akteur im Konzert der lokalen Medien zu erhalten, genügen aber heute nicht mehr nur Reichweite und Bekanntheit, wie sie viele Sender in ihren meist lokalen Verbreitungswegen schon mitbringen – darüber waren sich die Teilnehmer des Kongresses einig. Vielmehr müsse Lokal-TV auch lokale Diskussionen fördern und transportieren. So forderte Thomas Kralinski, Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und für Medien und Internationale Beziehungen: „Es ist wichtig, gesellschaftliche Debatten abzubilden, auch wenn es manchmal wehtut!“

Viel Applaus bekam Marleen Janew, Vorsitzende des Medienausschusses Mecklenburg-Vorpommern, für ihren Appell an die Medienpolitik in den Ländern, die Relevanz von Lokal-TV nicht zu unterschätzen. In Zeiten, in denen sich Zeitungen immer mehr aus dem lokalen Bereich zurückziehen würden, gleichzeitig aber der Frust auf die Politik immer größer werde, sei es elementar für die Demokratie, dass die Bürgerinnen und Bürger die Entscheidungen vor der Haustür glaubwürdig vermittelt bekämen. Für die lokalen Fernsehprogramme, die häufig unter großem wirtschaftlichem Druck stehen, sei das eine Chance – die von Seiten der Politik auch entsprechend unterstützt werden müsse.

Der Lokal-TV-Kongress ist eine Veranstaltung der Medienanstalten Berlin-Brandenburg (mabb), Mecklenburg-Vorpommern (mmv), Sachsen-Anhalt (MSA), Sachsen (SLM) und Thüringen (TLM).

Diese Presseinformation und weitere Einblicke in den diesjährigen Lokal-TV-Kongress erhalten Sie unter https://lokal-tv-kongress.de.