Medienanstalten präsentieren Digitalisierungsbericht 2016

MEDIENINFORMATION

- Studie weist erstmals Reichweiten für bundesweite DAB+-Sender und Anteile
von DAB+ an der Radiogesamtnutzung aus.
- R
egionale Verbreitung von DAB+ im südöstlichen Bundesländern am höchsten.
- Sachsen mit 15,6 Prozent bundesweit Spitzenreiter bei der Ausstattung mit Digitalradios

Die Medienanstalten stellten am 5. September 2016 auf dem Digitalradiotag im Rahmen der Internationalen Funkausstellung in Berlin aktuelle Daten und Fakten aus dem Digitalisierungsbericht 2016 für den Bereich Radio vor.

Nach den Befragungsergebnissen zum Digitalisierungsbericht 2016 ergibt sich zum dritten Mal in Folge ein positives Wachstum für Digitalradio und auch das Internetradio gewinnt deutlich. Dagegen verliert der Radioempfang über Kabel und Satellit. Weiterhin stabil ist das Radiohören über UKW.

Der Trend zum Radiohören über digitale Empfangswege und Geräte ist unübersehbar. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hört schon Radio über Internet. Ein Siebtel der deutschen Bevölkerung nutzt inzwischen Digitalradio. So ist die Anzahl der Digitalradio-Empfangsgeräte auf Basis des DAB+-Standards (Digital Audio Broadcasting – DAB) in 2016 erneut um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen.

Dabei zeigt die regionale DAB-Verbreitung eine überdurchschnittliche Ausprägung in den südöstlichen Bundesländern. Hier sind für die Radiohörer die meisten Digitalradioangebote empfangbar. Sachsen erzielt dabei auf der Haushaltsbasis (Anteil der Haushalte mit mindestens einem DAB+-Gerät) mit 15,6 Prozent den höchsten Wert. Bayern folgt mit einer Marktdurchdringung von 15 Prozent. Überdurchschnittliche Werte wurden auch in den Ländern Baden-Württemberg (14,5 Prozent), Bremen (13,2 Prozent), Saarland (13,1 Prozent) und Thüringen/Sachsen-Anhalt mit
12,9 Prozent festgestellt.

Der Bundesdurchschnitt im Bereich der Haushaltsausstattung lag im vergangenen Jahr noch bei 10 Prozent. In der aktuellen Ausweisung steigt er gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf aktuell 12,6 Prozent.

Auch bei den aktuellen Zuwachszahlen an DAB+-Empfangsgeräten liegt Mitteldeutschland auf einem Spitzenplatz. Konnten die Regionen Saarland/Rheinland-Pfalz ihre Geräteverkäufe gegenüber 2015 annähernd verdoppeln und der Raum Hamburg/Schleswig-Holstein noch immer um satte 73,5 Prozent zulegen, stieg die Anzahl der Geräte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um 38 Prozent. Die Region belegt damit Platz 3 beim Zuwachs an absoluten Zahlen.

"Dazu trägt sicher auch bei, dass mit dem Aufschalten von R.SA im Multiplex des MDR in Sachsen ein attraktives privates Radioprogramm mit dabei ist, welches zudem nicht überall in Sachsen qualitativ gut über UKW zu empfangen ist. Ich begrüße diese kooperative Zusammenarbeit zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk sehr", erklärte Martin Deitenbeck, Geschäftsführer der Sächsischen Landesmedienanstalt.

"Wenn wir auch in den kommenden Jahren diese Zuwachsraten beibehalten, liegt die Geräteausstattung mit Mitteldeutschland zum Ende der nächsten Beitragsperiode (2020) bei knapp 40 Prozent. Hier ist noch nicht einberechnet, welche Auswirkungen neue Hörfunkprogramme haben können, die voraussichtlich im kommenden Jahr an den Start gehen. Und da wir wissen, dass diejenigen, die ein Digitalradiogerät haben, dieses auch zum Empfang digitaler Hörfunkprogramme und nicht etwa zum Empfang von UKW nutzen, kann sich jeder Hörfunkveranstalter ausrechnen, welchen Anteil seiner Hörerschaft er verliert, wenn er nicht dabei ist. Und selbst, wenn der Trend langsamer laufen sollte: aufzuhalten ist er nicht mehr," erklärte Deitenbeck abschließend.

Die vorliegenden Daten zur Verbreitung von DAB sowie der Radioempfangsausstattung in der deutschen Bevölkerung insgesamt wurden von TNS Infratest im Rahmen der jährlich im Auftrag der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) durchgeführten Befragung zum Digitalisierungsbericht der Medienanstalten erhoben. Befragt wurden im Zeitraum Anfang Mai bis Mitte Juni 2016 mehr als 8.000 Personen ab 14 Jahren. Die Befragung liefert ein repräsentatives Bild über die Radio-Geräteausstattung und deren Nutzungshäufigkeit für die deutschsprechende Wohnbevölkerung (69,241 Mio. Personen ab 14 Jahren) in 39,372 Mio. Haushalten.