Studie der TU Dresden: Keine digitale Kluft zwischen jungen Sachsen mit und ohne Migrationshintergrund

MEDIENINFORMATION

Studie der TU Dresden: Keine digitale Kluft zwischen jungen Sachsen mit und ohne Migrationshintergrund

Dresden, 3. Juli 2014: Heute werden im Forum am Altmarkt in Dresden die Ergebnisse einer breit angelegten Studie über die Mediennutzung und Medienkompetenz jugendlicher Migranten in Sachsen (JuMiS) präsentiert. 2.200 sächsische Schüler mit und ohne Migrationshintergrund wurden dazu in dem Projekt befragt, das Prof. Dr. Lutz M. Hagen vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden im Auftrag der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) geleitet hat.

Eine digitale Kluft zwischen jungen Migranten und anderen Gleichaltrigen lässt sich in Sachsen nicht erkennen. Unabhängig von der Herkunft haben sächsische Schüler einen generellen Nachholbedarf, den qualifizierten und risikobewussten Gebrauch von digitalen Informationen zu erlernen. Zwischen den oft guten theoretischen Kenntnissen und dem praktischen Handeln im Internet klafft vielfach eine große Lücke. Junge Heranwachsende müssen stärker für die Tragweite des eigenen Onlinehandelns sensibilisiert werden. Vor diesem Hintergrund verweist die Studie auf die Notwendigkeit, die Medienbildung an sächsischen Schulen auszubauen.

Die Studie zeigt, dass sich Jugendliche mit Migrationshintergrund in Sachsen, was Mediennutzung, Medienkompetenz und Nutzungsmotive betrifft, grundsätzlich eher wenig von anderen Gleichaltrigen unterscheiden. Der wichtigste Unterschied besteht in der Nutzung von herkunftssprachigen Medien, sogenannten Ethnomedien. Sie tragen erheblich zur Integration in die Heimatkultur bei und fördern die Identitätsbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Daneben erfüllen auch deutschsprachige Medien eine wichtige sozial-integrative Funktion ‒ zum einen, weil sie durch junge Migranten ganz ähnlich genutzt werden wie durch deutschstämmige Gleichaltrige, zum anderen, weil die vornehmlich in deutscher Sprache genutzten Sozialen Medien eine zentrale Plattform für interaktiven Austausch darstellen.

Die Mediennutzung junger Migranten ist in erster Linie durch typisch jugendliche Merkmale geprägt. So erfüllt das Fernsehen immer noch eine wichtige Unterhaltungs- und Spaßfunktion. Doch die zentrale Stellung nimmt das Internet als Träger verschiedener Medien ein: Von der passiver Unterhaltungsnutzung bis hin zur aktiven Erstellung von kreativen oder informativen Inhalten reicht das Spektrum. Zunehmend wichtiger wird die mobile Nutzung. Vor allem ältere Jugendliche greifen zunehmend von unterwegs aus über ihr Mobiltelefon bzw. Smartphone auf das Netz zu. Schon jetzt nutzt weit mehr als die Hälfte der Jugendlichen das Handy für Zugriffe ins Internet. Es dient ihnen als multifunktionaler Alltagsbegleiter und unverzichtbarer Draht zur Außenwelt, egal ob offline über SMS und Telefonate oder zusätzlich online über Soziale Netzwerke und Messenger.

Mehr Einblicke in die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der JuMiS-Studie werden heute Abend ab 18.30 Uhr im Forum im Altmarkt (Dr.-Külz-Ring 17, Dresden) präsentiert und in einer Podiumsrunde diskutiert. Der Eintritt ist kostenfrei – alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Die Publikation kann bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) unter dem Stichwort: SLM-Schriftenreihe, Band 26, bestellt (info@slm-online.de) werden.