SLM bringt europäische Lokal- und Regionalfernsehveranstalter beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland zusammen

Pressemitteilung

Wettbewerbsszenarien des lokalen/regionalen Fernsehens in Europa:

Sächsische Landesmedienanstalt bringt europäische Lokal- und Regionalfernsehveranstalter beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland zusammen

Zum diesjährigen Medientreffpunkt Mitteldeutschland initiierte die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) eine Sonderveranstaltung zum Thema “Wettbewerbsszenarien des lokalen/regionalen Fernsehens in Europa”. Internationale Referenten und Gäste z.B. aus Polen, Österreich und Großbritannien, u.a. Maria Bartczak TVP3 Stettin; Dr. Alfred Grinschgl, Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, Wien; René Falkner, Sachsen Fernsehen; Lluis Borrell, Analysys Mason, Madrid; Richard Kastelein, Adora Innovative Media, Groningen/London; Zoltan Marvei, telemedia group Budapest, und weitere, hatten in der Werkstatt der “media city leipzig” einen Tag lang die Gelegenheit, Erfahrungen im Bereich des lokalen und regionalen Fernsehens auszutauschen und neue Impulse für die Zukunft zu sammeln. Die Experten diskutierten die Strukturen des europäischen Marktes und analysierten aktuelle Erlösmodelle sowie neue Verbreitungswege für die lokalen und regionalen Formate.

Die Nähe zum Zuschauer

Lokale Nachrichten, Nachbarschaftsthemen, regionale Sportereignisse und das Leben des “kleinen Mannes” sind die Themen lokaler Veranstalter. Das eint sie über alle Ländergrenzen hinaus. Der Bezug zu den Interessen der Zuschauer ist allen Programmmachern “das höchste Gut”. Marcin Kotlowski von W24 aus Wien brachte es auf den Punkt: “So nah wie wir kommt keiner.”

Insgesamt habe der Markt in Europa jedoch mit einer starken Fragmentierung zu kämpfen. Die vergleichsweise intensive Zusammen­arbeit der 58 sächsischen Programmveranstalter nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Den zersplitterten Verhältnissen in Europa setzten die Podiumsteilnehmer an diesem Tag große Einigkeit und das Bedürfnis nach Austausch entgegen. Die Gäste aus Polen, Tschechien, Ungarn, Österreich und Großbritannien sprachen sich deutlich für ein stärkeres Miteinander aus, hielt Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz, Lehrstuhlinhaber für Medienwissenschaft und Medienkultur an der Universität Leipzig und Mitglied des SLM-Medienrates, fest.

Kritisch blieb die Frage nach den fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten der Programme. Die Problematik, dass private und öffentliche Förderer oft die journalistische Neutralität der Sender beeinflussen, stellte das Podium einstimmig fest. “Lokalfernsehen muss sich in diesem Zuge neu erfinden, denn es ist momentan andernfalls bald nicht mehr zu finanzieren”, erklärte Judith Noll von Salve TV aus Erfurt. So sieht sich Marcin Kotlowski nicht als Fernsehmacher, vielmehr als ein Anbieter für Bewegtbildcontent: “Moderne technische Voraussetzungen, verschlankte Unternehmens­strukturen und neue Verbreitungswege im Netz könnten die Sender in die Zukunft führen”. Für Jacek Stefaniak von Telewizja TVT aus Warschau gehen die Entwicklungen noch deutlich weiter: “Der Fernseher wird schon bald nicht mehr sein, was er war. Vielmehr wird er ein häusliches Unterhaltungszentrum bei dem Fernsehen eine Funktion von vielen ist. Das lokale Fernsehen muss sich deshalb der Herausforderung stellen auch künftig wahrgenommen zu werden.”

Die vollständige Veranstaltung auf Video finden Sie online unter:
http://apps3.nc3.de/clients/slm/2013/05/07/live/