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themen + frequenzen (1/2010)
Heft 1/2010 (PDF - 3.25MB)
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Hörfunkpreis Mitteldeutschland
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Kategorie Länderpreis: Sachsen
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Gewinner des Rundfunkpreis Mitteldeutschland 2009 - Hörfunk
RUNDFUNKPREIS MITTELDEUTSCHLAND 2009 - HöRFUNK

Die Preisträger

Kategorie: "Bester Beitrag"
- Preissumme 2.500 Euro -

Autoren: Anne Espenhain, Isabell Schmidt und Matthias Müller
Sendung: "Ehemaliger Obdachloser Bernd Hänsch
in der Matthias-Müller-Mitmach-Show'"
Sender/Produzent: Radio PSR

Begründung der Jury:  Obdachlosigkeit ist kein Thema, das in eine Nachmittags-Sendung passt, kein Thema, das auf Feierabendlaune einstimmt. Denken viele. Matthias Müller und Isabell Schmidt beweisen hier mit einer sensibel moderierten Themensendung eindrucksvoll das Gegenteil. Ein ehemaliger Obdachloser schildert seine einstige individuelle Notlage und macht den Prozess des sozialen Abstiegs für die Hörer nachvollziehbar. Er zeigt, mit welch verheerender Kettenreaktion Obdachlosigkeit verbunden ist. Nicht selten führt solcher auswegloser Zustand zum völligen Verlust des eigenen Selbstwertgefühls. Er liefert Verständnis und macht zugleich Mut für jene Menschen, die sich in ähnlichen, schier ausweglosen Situationen befinden. Radio PSR hat sich hier dazu entschieden, nicht wegzusehen, sondern sich selbst einzubringen."

Nominierung
Kategorie: "Bester Beitrag"
- Preissumme 500 Euro -

Autorin: Beate Dietze
Sendung: "Kaffeebetrüger"
Sender/Produzent: Hitradio RTL Sachsen

Begründung der Jury: Die Radioreporter haben in Deutschland den Weg für investigativen Journalismus nicht nur deutlich mit geebnet, sondern tragen heute noch pflegend und anregend zu dessen Erhalt bei. Der nominierte Beitrag zeigt, dass auch das Privatradio diese journalistische Qualität wertschätzt. Die Reporter haben keine Mühen gescheut, aufwendig zu recherchieren, Hörer aufzuklären und vor weiteren Betrügereien zu warnen. Dabei fehlte es dem Stück trotz Länge weder an Spannung, noch an Informationstiefe. Eine Scheibe zum Abschneiden für alle in der Branche, die diese Art von Journalismus vergessen haben.

Nominierung
Kategorie: "Bester Beitrag"
- Preissumme 500 Euro -

Autor: Jens Grotegut
Sendung: "'Mission Millionenraub"
Sender/Produzent: Antenne Thüringen

Begründung der Jury: Viele gute Beiträge sind in diesem Jahr eingereicht worden. Aufwendig recherchierte oder galant gestrickte Live-Beiträge standen neben einigen, die zeigten, was im Radio auch möglich ist: Inhalte wie Musik zu einem Fluss zu verweben. In hohem Maße gelungen ist dies beim nominierten Beitrag "Millionenraub" von Antenne Thüringen. Das Ganze hätte auch eine Nachricht sein können, aber hier wurde mit rhythmischem Feingefühl, mit technischer Brillanz und gelungenem Aufbau vorgeführt, wie lokale News zu einem Krimi werden können, der uns mitnimmt wie ein spannendes Filmkunstwerk.

Kategorie: "Beste Moderation"
- Preissumme 2.500 Euro -

Autoren: Wenke Weber und Jens May
Sendung:
"Vermisst"
Sender/Produzent: Antenne Thüringen

Begründung der Jury: Es gibt Momente im Radio, die fast nur dort auf diese Weise entstehen können. Zugegeben − wir nutzen das Medium in der Regel zu unserer Unterhaltung, manchmal auch, um zu wissen, wie das Wetter wird, der Verkehr rollt oder auch dafür, zu wissen, dass wir existieren. Denn Radio ist live − es ist jetzt und ist echt. Aber zurück zu den magischen Momenten − die nämlich können durchaus mit unserer eigenen Existenz zu tun bekommen. Das wenigstens hat der Siegerbeitrag in der Kategorie 'Beste Moderation' in diesem Jahr eindrücklich bewiesen. Live werden hier zwei Menschen zueinander gebracht, die sich längst aus dem Blick verloren hatten. Die schöne Idee des Antenne-Thüringen-Teams, einer Live-Such-Anzeige nachzugehen, hat in dieser Moderations-Umsetzung hervorragend geklappt und bewegt den Hörer noch im Nachhinein. Ein gelungener Beweis dafür, dass Radio mehr sein kann als Musik-Playlists und Alltags-Service.

Nominierung
Kategorie: "Beste Moderation"
- Preissumme 500 Euro -

Autor: Steffen Lukas
Sendung: "Das große Radio-PSR-Bauernhof-Experiment:
Traktor fahren mit Steffen Lukas"

Sender/Produzent: Radio PSR

Begründung der Jury: Moderator Steffen Lukas schafft es binnen kürzester Zeit, emotionale Nähe zum Hörer durch gezielten Einsatz seiner Stimme herzustellen. Er versteht es, die besonderen Rahmenbedingungen für sich zu nutzen und dem Hörer ein klares Bild der Situation vor Ort zu vermitteln. Dabei gelingt es ihm, die Story glaubhaft und in aller Kürze zu erzählen, ohne je künstlich und übertrieben zu wirken. Alles in allem ein gelungener Beweis für eine gut gemachte Moderation außerhalb des Sendestudios!

Nominierung
Kategorie: "Beste Moderation"
- Preissumme 500 Euro -

Autor: Mirko Jacob
Sendung: "Be cool – speak Deutsch"
Sender/Produzent: Hitradio RTL Sachsen

Begründung der Jury: Anglizismen sind aus unserem Sprachgebrauch inzwischen nicht mehr wegzudenken. Manches ist ohne das aus dem Englischen stammende Fremdwort nicht mehr zu beschreiben, da das deutsche Pendant gar nicht existiert. Die Werbeindustrie wirbt mit englischen Slogans, die deutsche Konsumenten überfordern und nur noch sinnenstellt übersetzen können. Informativ und unterhaltend zugleich, werden hier in einer freien, sehr authentisch wirkenden Moderation die "denglischen" Auswüchse hinterfragt und humorvoll aufs Korn genommen.

Kategorie: "Bester Werbespot"
- Preissumme 1.000 Euro -

Autoren: Ulrich Müller und Daniel Heinze
Sendung: "Die Sachsen, die sind helle …"
Sender/Produzent: Radio PSR

Begründung der Jury: Der Bereich 'Bester Werbespot/Eigenproduktionen' steht im Privatradio für Kreativität und Innovation. Die vielfältigen Gestaltungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten erlauben es den Produzenten, ihr Hörprodukt markengerecht und aussagekräftig zu positionieren. Den Spotmachern von Radio PSR ist es dabei gelungen, das Thema neben dem inhaltlichen Schwerpunkt mit einem hohen Aufmerksamkeitswert zu verknüpfen. So schaffen es die Produzenten, mit Hilfe klassischer Verpackungselemente und einer klaren, intelligent formulierten Botschaft einen entsprechenden Akzent im Programmumfeld zu setzen.

Nominierung
Kategorie "Bester Werbespot"
- Preissumme 250 Euro -

Autor: Stefan Dietze
Sendung: "Peter Fox bei den Filmnächten am Elbufer"
Sender/Produzent: Energy Sachsen

Begründung der Jury: Ankündigungen und Jingles können schnell den Gehörgang und das Nervenkostüm strapazieren. Nicht aber, wenn mit Ideen und Handwerk immer wieder Kunstgriffe gelandet werden, die frisch ins Ohr gehen. Diesem Beitrag ist es vorbildlich gelungen, aus einer simplen Konzertankündigung ein angenehm zu hörendes Stück Radio zu machen. Dynamisch mitreißend, informativ und knackig. Besser könnte es der erfolgreiche Popstar Peter Fox selbst nicht produzieren.

Nominierung
Kategorie "Bester Werbespot"
- Preissumme 250 Euro -

Autor: Christian K. Schütze
Sendung: "Cindy aus Marzahn"
Sender/Produzent: Energy Sachsen

Begründung der Jury: Werbespots - ob nun für Produkte oder Veranstaltungen - scheinen eine beliebte Domäne für die Haustechniker der Sender zu werden: Hier kann alles probiert werden, was die Soundprogramme hergeben, und nicht selten landet eher zuviel als zuwenig in diesen Spots. Es zischt und scheppert, brummt - Hall und Echo werden genauso bemüht wie Frequenzen und schnelle Schnitte. Eher ungewöhnlich ist der nominierte Spot "Cindy aus Marzahn" . Der Inhalt passt zur Form, die Person, um die es geht, steht in ihrer ureigenen Art im Vordergrund. Eine gelungene Einladung, die vom Charme des Produktes lebt: von Cindy aus Marzahn.

Sonderpreis zum Thema: "Geld regiert die Welt – Variationen zur Finanzkrise"
- Preissumme 1.000 Euro, gesponsert von ...  -

Autorin: Stefan Ganß
Sendung: "Thüringens kleinste Gemeinde und das Konjunkturpaket"
Sender/Produzent: Antenne Thüringen

Begründung der Jury: Im Radio müssen Informationen kurz und prägnant sein. Ein so vielseitiges und vielschichtiges Thema wie die Finanzkrise informativ und kreativ umzusetzen, hat dieser Beitrag dennoch überzeugend geschafft. Die Auswirkungen des Rettungspakets an der kleinsten Kommune Thüringens witzig zu deklinieren, fand die Jury raffiniert und unterhaltsam. Auch handwerklich konnte der Beitrag überzeugen.

Kategorie: Länderpreis Sachsen-Anhalt
- Preissumme 500 Euro -

Autorin: Britte Selle
Sendung: "'Sachsen-Anhalts Helden: Schachdorf"
Sender/Produzent: Radio Brocken

Begründung der Jury: Der Autorin ist es nach einhelliger Meinung der Jury gelungen, ein besonderes regionales Thema mit der erforderlichen Nähe, aber auch der notwendigen Distanz anschaulich und präzise umzusetzen. Die Dichte der Information überzeugt dabei ebenso wie der Umgang mit den zur Verfügung stehenden Produktionselementen. Der Hörer wird von der Autorin ebenso angemessen wie zielsicher, aber nie langatmig durch den Beitrag geführt. Am Ende des Beitrages wird das Engagement und die Bedeutung regionaler Helden für das Bundesland überzeugend deutlich.

Kategorie: Länderpreis Thüringen
- Preissumme 500 Euro -

Autor: Stefan Taubmann
Sendung: "Thüringen sucht das Superplätzchen"
Sender/Produzent: LandesWelle Thüringen

Begründung der Jury: Gute Hörerbindung beginnt mit spürbarer Nähe zwischen Radio und den Menschen. Die Thüringer haben so ihre Eigenarten. Vor allem aber haben sie mehr als nur Bratwurst & Co. Auch aus dem Backofen kommen kulinarische Köstlichkeiten. Die Thüringer Hörer in der Weihnachtszeit zum Wettbewerb um die besten Plätzchen aufzufordern, ist nicht nur eine schmackhafte Abwechslung zu den üblichen und alljährlich auftauchenden Weihnachtsthemen. So viel regionale Nähe geht durch Ohren und durch den Magen.

Kategorie: Länderpreis Sachsen
- Preissumme 500 Euro -

Autorin: Maria Kotzur
Sendung: "Entschuldigung, was ist Heimat?"
Sender/Produzent: apollo radio )))

Begründung der Jury: "Heimat ist nichts Einfaches, ist immer widersprüchlich", sagte einmal Edgar Reitz, der Filmregisseur der berühmten Heimat-Trilogie. Ein für viele Menschen oft diffuser Begriff. Heimat, ein Ort zwischen Nostalgie und Utopie, dessen wahrer Wert sich häufig erst aus der Distanz heraus offenbart. Ein immer komplexer werdender Begriff in Zeiten der Globalisierung und zahlreicher parallel existierender Wertesysteme. Viele Chemnitzer beziehen im Beitrag zur Frage "Was ist Heimat?" Stellung, zeigen auf, wie ungreifbar der Begriff eigentlich ist, wie hoch jedoch für uns als kollektive Wesen das Bedürfnis nach Geborgenheit in unserer nächsten Umgebung bewertet wird. Die Redakteurin zeigt in einer Zeit, in der viele junge Arbeitssuchende ihrer Heimatstadt Chemnitz den Rücken kehren, dass sie es sind, die Heimat aktiv gestalten, den Begriff und den Ort dazu. In diesem Beitrag wurde ein komplexes Thema mit viel Engagement bearbeitet, das sich gut in das Gefüge der Zeit einpasst.

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